Gut gejammert ist halb gebauert

Und wieder sind sie am Verhandeln, all die Minister, Gesandten, Diplomaten und Lobbyisten, mit der Hoffnung, in der seit Jahren andauernden Dauha-Runde der WTO endlich einen Beschluss herbeiführen zu können.

Zu hören kriegt man immer nur von den Landwirten. Gut gejammert ist halb gebauert, wie der Volksmund sagt. Die Schweiz müsse „Opfer“ bringen in diesem Sektor. Niemand spricht jedoch von den rund 98% unserer Bevölkerung, die nicht mehr in der Landwirtschaft tätig sind und diese zwar oft romantisierte Lebensweise seit Generationen hinter sich gelassen haben. Diese 98% brauchen weder Kleinbauern noch Schutzzölle. Sie brauchen günstige Lebensmittel und eine möglichst grosse Freiheit, diese so auswählen zu können wie es ihren Bedürfnissen entspricht. Also selber zu entscheiden, ob die französischen, brasilianischen oder eben die Schweizer Rinder das beste Steak hergeben.

Unsere Agrarlobbyisten wissen das mit gewieften Mitteln und harten Bandagen zu verhindern. Nicht genug damit, dass Agrarimporte aus dem Ausland mit bis zu 300% (!!!) Zöllen belegt werden, womit der Preis sich effektiv vervierfacht. Sondern darüber hinaus werden diesen 2% der Bevölkerung jährlich 4 Milliarden Franken (4′000′000′000) zugesprochen, damit sie ihr Hobby pflegen können. Von Beruf kann man angesichts der katastrophalen Renditen und Produktivität wohl kaum sprechen: rund 80% der Einkommen sind direkt und indirekt auf staatliche Beihilfen sowie überhöhte Preise zurückzuführen. Zulasten der schweigenden Mehrheit, die tagtäglich auf dem freien Markt ihr Geld verdient.

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