Gut gejammert ist halb gebauert

25. Juli 2008

Und wieder sind sie am Verhandeln, all die Minister, Gesandten, Diplomaten und Lobbyisten, mit der Hoffnung, in der seit Jahren andauernden Dauha-Runde der WTO endlich einen Beschluss herbeiführen zu können.

Zu hören kriegt man immer nur von den Landwirten. Gut gejammert ist halb gebauert, wie der Volksmund sagt. Die Schweiz müsse „Opfer“ bringen in diesem Sektor. Niemand spricht jedoch von den rund 98% unserer Bevölkerung, die nicht mehr in der Landwirtschaft tätig sind und diese zwar oft romantisierte Lebensweise seit Generationen hinter sich gelassen haben. Diese 98% brauchen weder Kleinbauern noch Schutzzölle. Sie brauchen günstige Lebensmittel und eine möglichst grosse Freiheit, diese so auswählen zu können wie es ihren Bedürfnissen entspricht. Also selber zu entscheiden, ob die französischen, brasilianischen oder eben die Schweizer Rinder das beste Steak hergeben.

Unsere Agrarlobbyisten wissen das mit gewieften Mitteln und harten Bandagen zu verhindern. Nicht genug damit, dass Agrarimporte aus dem Ausland mit bis zu 300% (!!!) Zöllen belegt werden, womit der Preis sich effektiv vervierfacht. Sondern darüber hinaus werden diesen 2% der Bevölkerung jährlich 4 Milliarden Franken (4′000′000′000) zugesprochen, damit sie ihr Hobby pflegen können. Von Beruf kann man angesichts der katastrophalen Renditen und Produktivität wohl kaum sprechen: rund 80% der Einkommen sind direkt und indirekt auf staatliche Beihilfen sowie überhöhte Preise zurückzuführen. Zulasten der schweigenden Mehrheit, die tagtäglich auf dem freien Markt ihr Geld verdient.


Ein Nachruf auf den Klimawandel

22. Juli 2008

Der Klimawandel kriegt kalte Füsse. Wie schon das Waldsterben, welches Ende der Achtzigerjahre ausgestorben ist, bewegt sich die letzjährige menschheitsbedrohende Apokalypse auf dem absteigenden Zweig.

Google Trends illustriert eindrücklich, wie der Klimawandel sich langsam aus den Köpfen der Menschen verflüchtigt, nachdem er medial im ganzen letzen Jahr bis zum Geht-nicht-mehr breitgeschlagen wurde. Gleichzeitig gewinnt die Suche nach dem Benzinpreis stetig an Boden.

Lieber Klimawandel, es war nett dich kennenzulernen und ein Jahr mit dir zu verbringen! Wir müssen uns jetzt aber wieder realen Problemen stellen, deshalb werden sich unsere Wege inskünftig etwas weniger kreuzen. Gewiss bist du ein Teil unserer Realität, es soll nicht bestritten werden dass sich das CO2 in der Athmosphäre merklich erhöht hat. Dein böser Bruder Klimakatastrophe hat jedoch wegen relativ wenig Substanz sehr viel mediales Geschirr zerschlagen, und dabei unsere Gutgläubigkeit schon ein bisschen oft auf die Probe gestellt. Man kann dich nach alldem halt einfach auch nicht mehr so ernst nehmen. Aber wir werden’s schon richten mit dem Meeresspiegel und den Eisbären, verlass dich drauf!


Der Armeechef ist nicht mehr tragbar…

21. Juli 2008

…ist es denn die Armee noch? BR Samuel Schmid fehlt jegliche Führungskompetenz, ganz zu Schweigen von einer Vision für die Zukunft einer nach Prinzipien des 19. Jahrhundert aufgestellten Milizarmee, und dem Kader fehlt je länger je mehr eine gutausgebildete Schicht von Nachwuchsleuten.

Wer heute noch freiwillig weitermacht sind immer öfter diejenigen die in der Privatwirtschaft durch die Maschen der Selektion fallen und ohne Befehl, Drohung und Uniform keine Aussicht darauf haben, jemals ihr Machtbedürfnis ausüben zu können. Um an der Euro den Abfall aufzusammeln mag das ausreichen, fürs Riverrafting jedoch traurigerweise bereits nicht mehr.

Letztlich sind solche sinnfreien „Einsätze fürs Vaterland“  vor allem eine Behinderung für unsere Wirtschaft, die den ganzen Kindergarten bezahlt. Mut zur Entwicklung und eine Erneuerung dieser Institution ohne Tabus sind heute dringender denn je gefragt. Mit der derzeitigen Führung kann man diese Hoffnung leider noch ein bisschen vertagen.